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Blutdruck-Tabelle nach Alter: Welche Werte sind normal?

Viele Tabellen im Netz zeigen für jedes Alter einen anderen Normalwert. Nach den aktuellen Leitlinien gilt für Erwachsene aber mit 25 derselbe gesunde Bereich wie mit 75. Hier ist die Tabelle, mit der Ärztinnen und Ärzte arbeiten, und was sich mit dem Alter wirklich verändert.

Veröffentlicht am 21. Oktober 2026 · Nach der europäischen Leitlinie (ESC/ESH) und der Deutschen Hochdruckliga

Die Blutdruck-Tabelle für Erwachsene

Ein Blutdruckwert besteht aus zwei Zahlen. Die obere, der systolische Wert, ist der Druck in den Arterien, während das Herz schlägt. Die untere, der diastolische Wert, ist der Druck zwischen zwei Herzschlägen. Beide werden in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) gemessen.

In Deutschland werden die Werte meist nach dieser europäischen Einteilung beurteilt, die auch die Deutsche Hochdruckliga verwendet. Sie gilt für alle Erwachsenen ab 18 Jahren und für Messungen in der Arztpraxis:

EinstufungSystolisch (oben)Diastolisch (unten)
Optimalunter 120undunter 80
Normal120–129und/oder80–84
Hochnormal130–139und/oder85–89
Bluthochdruck Grad 1140–159und/oder90–99
Bluthochdruck Grad 2160–179und/oder100–109
Bluthochdruck Grad 3ab 180und/oderab 110

Liegen die beiden Werte in verschiedenen Zeilen, zählt die höhere Stufe. 135/80 ist also hochnormal, 125/92 schon Bluthochdruck Grad 1. Ist nur der obere Wert ab 140 erhöht und der untere unter 90, spricht man von isolierter systolischer Hypertonie, die im Alter häufig ist.

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) fasst die Werte seit 2024 etwas gröber zusammen: unter 120/70 „nicht erhöht“, 120/70 bis 139/89 „erhöht“, ab 140/90 Bluthochdruck. Die Grenze für Bluthochdruck ist in beiden Einteilungen dieselbe.

Grenzwerte für die Messung zu Hause

Zu Hause in Ruhe gemessene Werte sind meist niedriger als in der Praxis. Deshalb gilt für die Selbstmessung eine niedrigere Grenze:

MessungBluthochdruck ab
In der Arztpraxis140/90
Zu Hause (Mittelwert über mehrere Tage)135/85

Wichtig ist der Mittelwert, nicht ein einzelner hoher Wert: sieben Tage lang morgens und abends je zwei Messungen, Tag 1 nicht mitzählen. Unsere kostenlose Blutdruck-Tabelle zum Ausdrucken ist genau dafür gemacht.

Normaler Blutdruck nach Alter

Hier liegen viele Tabellen falsch. Man muss unterscheiden zwischen dem, was in einem Alter häufig ist, und dem, was gesund ist. Der Blutdruck steigt mit den Jahren, weil die Gefäße steifer werden; eine 70-Jährige hat im Durchschnitt höhere Werte als eine 30-Jährige. Ein höherer Blutdruck erhöht aber in jedem Alter das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenschäden. Deshalb gilt für alle Erwachsenen derselbe Normalbereich.

AlterOptimalNormalBluthochdruck ab (Praxis / zu Hause)
18–39 Jahreunter 120/80bis 129/84140/90 / 135/85
40–59 Jahreunter 120/80bis 129/84140/90 / 135/85
60–79 Jahreunter 120/80bis 129/84140/90 / 135/85
ab 80 Jahrenunter 120/80bis 129/84140/90 / 135/85; Behandlungsziele werden individuell festgelegt

Die alte Faustregel „100 plus Lebensalter“ für den oberen Wert ist überholt. Nach ihr wäre 160 mit 60 Jahren normal; tatsächlich ist das Bluthochdruck Grad 2.

Was sich mit dem Alter tatsächlich verändert:

Frauen und Männer

Die Tabelle und der Normalbereich sind für Frauen und Männer gleich. Unterschiedlich ist der Verlauf über das Leben:

Der normale Blutdruck einer 50-jährigen Frau ist also derselbe wie bei allen Erwachsenen: optimal unter 120/80, normal bis 129/84.

Ältere Menschen

Auch mit 70 oder 80 Jahren gilt derselbe Normalbereich. Die Entscheidung über eine Behandlung ist aber individueller: Ärztinnen und Ärzte berücksichtigen etwa Gebrechlichkeit, Sturzgefahr, andere Medikamente und Schwindel beim Aufstehen. Wenn Sie für Ihre Eltern messen, notieren Sie, ob ihnen beim Aufstehen schwindelig wird. Das ist eine wichtige Information für die Hausarztpraxis.

Bei älteren Menschen schwanken die Werte außerdem stärker von Tag zu Tag. Eine Woche mit Messungen zu Hause sagt deshalb mehr aus als ein einzelner Wert in der Praxis.

Wann ist der Blutdruck zu niedrig?

Für niedrigen Blutdruck (Hypotonie) gibt es keine feste Stufe in der Tabelle. Meist spricht man davon bei Werten unter etwa 100/60. Das ist oft harmlos, gerade bei jungen, schlanken und sportlichen Menschen. Wichtig wird er erst mit Beschwerden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn niedrige Werte zusammen mit diesen Beschwerden auftreten:

Wenn Sie Blutdrucktabletten nehmen und Ihre Werte oft niedrig sind, ändern Sie die Dosis nicht selbst, sondern fragen Sie in Ihrer Praxis nach.

Welcher Puls ist normal?

Die meisten Blutdruckmessgeräte zeigen auch den Puls an. In Ruhe liegt er bei Erwachsenen normalerweise zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute. Sportliche Menschen haben oft einen niedrigeren Ruhepuls. Tragen Sie den Puls mit in Ihre Tabelle ein; ein auffällig schneller, langsamer oder unregelmäßiger Puls ist eine wichtige Information für Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Kinder, Jugendliche und Schwangerschaft

Für Kinder und Jugendliche gilt die Tabelle für Erwachsene nicht. Ihr Blutdruck wird mit Gleichaltrigen desselben Geschlechts und derselben Körpergröße verglichen (Perzentilen). Fragen Sie die Kinderarztpraxis, wie die Werte Ihres Kindes einzuordnen sind.

In der Schwangerschaft wird der Blutdruck genau überwacht, weil Erkrankungen wie eine Präeklampsie schnell behandelt werden müssen. Ihre Frauenärztin oder Hebamme sagt Ihnen, ab welchen Werten Sie sich melden sollen. Bei hohem Blutdruck mit starken Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Schmerzen im Oberbauch suchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Sehr hohe Werte. Liegt ein Wert über 180/110, ruhen Sie eine Minute und messen Sie erneut. Ist er weiter so hoch und haben Sie Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungserscheinungen, Seh- oder Sprachstörungen, rufen Sie sofort die 112. Ohne Beschwerden melden Sie sich noch am selben Tag in Ihrer Arztpraxis.

Quellen